In den Inszenierungen der Compagnie Roland Furieux wird der Text wie eine Partitur neu komponiert und verbindet Erzählung, Dialog, Musik und Bild. In „Antigonick“, einer Variation über den Text von Sophokles, haucht Anne Carson dem Mythos auf radikale Weise neues Leben ein, indem sie bestimmte Passagen „kürzt“ („to nick“), um andere hervorzuheben, und dabei die Stimmen von Hegel, Arendt, Anouilh oder Woolf einbezieht. Auf der Bühne sprechen drei Frauenstimmen in der Gegenwartsform und lassen die Kraft der Antigone widerhallen: der Akt des Sprechens, bevorzugtes Instrument des Denkens, Bollwerk gegen Ungerechtigkeit, Ort der Bildung des kritischen Geistes gegenüber allen Kreons des Universums. An ihrer Seite begleitet ein vom norwegischen Komponisten Christian Wallumrod ins Leben gerufenes Musikensemble, bestehend aus Tasteninstrumenten, Percussion, Aulos und Gesang, den Text und bewegt sich zwischen Anklängen an alte Musik und elektronischen Ausbrüchen.
Gespräch mit den Künstlern im Anschluss an die Aufführung
Wie kann ich kommen?