„Face aux murs“ untersucht die Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen in einer Welt, die ständig im Wandel begriffen ist. Damien DROIN taucht tief in eine innere Revolte ein und schildert die Momente des Schwindels und der Zweifel, die er im Umgang mit anderen und mit sich selbst durchlebt. Dennoch ist diese Erzählung optimistisch angelegt und lotet die Fähigkeiten des Menschen aus, sich anzupassen, über sich hinauszuwachsen, neu anzufangen und sich neu zu erfinden. Für jede errichtete Mauer lässt sich eine Leiter basteln. Für jeden Sturz lässt sich ein Aufschwung erträumen.
Sechs einsame Akrobaten finden sich auf einer schwindelerregenden Plexiglaswand wieder, die von zwei Trampolinen umgeben ist. Mal als Zeuge, mal als Akteur seiner Sehnsüchte und Zweifel erkundet jede Figur ihre Schattenseiten und ihren verborgenen Mut. Der Mut, aufzugeben? Der Mut, weiterzumachen? In einem sich ständig wandelnden Bühnenbild geraten die Welten jedes Einzelnen auf unerwartete Weise ins Wanken. Über ihren ästhetischen Aspekt hinaus ermöglicht uns die akrobatische Inszenierung, in die inneren Kämpfe und gemeinsamen Herausforderungen einzutauchen, mit denen wir alle konfrontiert sind. Eine riesige, unüberwindbare Mauer auf der Bühne trennt Menschen, Ideen und Räume voneinander. Nur eine Seite ist sichtbar, die andere bleibt der Fantasie überlassen. Stürze und Höhenflüge werden zu Metaphern für eine Welt, an die man sich nicht anpassen muss, sondern die man sich zu eigen machen kann. Denn wie soll man eine Gemeinschaft bilden, wenn Ausgrenzung und Individualismus zur Norm geworden sind?
Dieses Stück enthüllt uns eine kaleidoskopische Geschichte, in der der menschliche Körper zu einem Raum der Freiheit wird und in der sich die Beziehung zum anderen oft als einziger Trost gegen den Ruf der Leere erweist.
Wie kann ich kommen?