Gruppenausstellung mit Werken von Assaf Gruber, Emma Dajska, Eva Prusiewicz, Ewa Partum, Janek Simon, Jasmina Metwaly, Malgorzata Mirga-Tas, Natalia LL, Ngo Van Tuong, Oliwia Bosomtwe, OPJ Cyganek und Julie Poulain, Renata Rara Kaminska, Shadow Architecture, Teresa Murak, Zuzanna Hertzberg.
Woher rührt die Vorstellung, dass eine Kultur eine abgegrenzte und einheitliche Einheit sein müsse? Diese Ausstellung widerspricht dem Mythos der Homogenität der nationalen Erzählung. Sie versucht, die verschiedenen Schichten aufzudecken, aus denen sich eine Kultur zusammensetzt, insbesondere die polnische. Obwohl dieses Land oft als demografisch homogen angesehen wird, ist es doch mit Migrationsprozessen verbunden, die seine Kultur bereichert haben. Im Gegenzug weisen seine Bevölkerungsbewegungen enge Verbindungen zu Lothringen auf, das im Zuge der Entwicklung des Bergbaus und der Stahlindustrie zahlreiche Polinnen und Polen aufgenommen hat.Die Ausstellung lädt dazu ein, die kulturelle Vielfalt Polens zu entdecken und ihre Verflechtungen mit Lothringen zu beleuchten. Gemeinsam offenbaren sie sich überschneidende Geschichten und wenig bekannte Formen des Zusammenlebens. Einige Werke, ob historisch oder zeitgenössisch, zeigen künstlerische Strategien, die die Spannungen im Zusammenhang mit der Rolle der Frauen im öffentlichen Raum hervorheben oder umgehen. Auch die Natur ist präsent, als ein Bestandteil der Realität, der je nach den Aufnahmekapazitäten des Geländes dazu einlädt, zu wandern oder Wurzeln zu schlagen. Heute hat sich die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Ländern Europas durch den Krieg in der Ukraine verändert und ein neues Kapitel in der Geschichte des Kontinents aufgeschlagen. Über die Darstellungen dessen hinaus, was man als „Osteuropa“ bezeichnet hat – als Gegenstück zu einem „Westen“, dessen Grenzen und Definitionen sich gewandelt haben –, erinnert uns die Ausstellung daran, dass Unterschiede ein fester Bestandteil unserer Welterfahrung sind.
Wie kann ich kommen?