Als Ausgangspunkt für „Un Sacre“ haben der Autor Guillaume Poix und die Regisseurin Lorraine de Sagazan Menschen aufgesucht, um die Isolation zu durchbrechen, in die uns die Pandemie von 2020 gezwungen hatte. Innerhalb von sechs Monaten haben sie mit mehr als dreihundert Menschen gesprochen und sich mit ihnen ausgetauscht. Gerade in einer Zeit, in der Trauerfeiern nicht öffentlich stattfinden konnten, wurde ihnen bewusst, dass in fast jeder Geschichte, die ihnen anvertraut wurde, ein Verstorbener vorkam. Aus einer Auswahl dieser Erzählungen schafft Lorraine de Sagazan ein humorvolles, eindringliches und bewegendes Theaterstück. Die neun Schauspielerinnen und Schauspieler, die auf der Bühne eine unglaubliche Präsenz und ein außergewöhnliches Engagement an den Tag legen, erschaffen ein intensives und kathartisches theatralisches Ritual, das das Publikum mitreißt. Sie schaffen einen Raum, der die Lebenden mit ihren Verstorbenen verbindet – durch Worte und Gesten, ganz ohne Pathos. In einem riesigen, verlassenen Theaterkulisse, die die Natur nach und nach mit farbenfroher Vegetation wiederbelebt, inszenieren die Schauspieler*innen eine lyrische und burleske Zeremonie an der Schnittstelle zwischen Realität und Fiktion – mithilfe von Stimme, Tränen und Tanz. Und genau darin liegt die Meisterleistung von Lorraine de Sagazan mit diesem äußerst lebendigen Stück: uns mitten ins Herz zu treffen und aus der Trauer einen Weg zu innerem Frieden voller Freude zu machen. Entdecken Sie zum ersten Mal im Carreau, zur Eröffnung des Festivals „Primeurs“, eine der derzeit angesagtesten französischen Autorinnen und Regisseurinnen. Ab 16 Jahren.
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